
Verfahren der Tourenoptimierung: welcher Algorithmus wann trägt.
Jeder Anbieter sagt, er optimiere. Kaum einer sagt, womit. Dabei ist die Frage beantwortbar: Es gibt eine überschaubare Zahl von Verfahren, sie sind seit Jahrzehnten publiziert, ihre Güte ist auf offenen Benchmarks gemessen – und die Unterschiede zwischen ihnen sind kleiner, als der Vertrieb glauben macht.
Vier Zahlen, die den Rahmen abstecken, bevor über einzelne Verfahren geredet wird. Alle stammen aus offenen Benchmarks, nicht aus Anbieterunterlagen:
Warum die Verfahrensfrage überhaupt zählt
Wer Tourenplanung einkauft, bekommt fast immer dieselbe Antwort auf die Frage nach der Methode: „unser Optimierungsalgorithmus“. Das ist keine Antwort, sondern eine Kategorie. Tatsächlich rechnet unter praktisch jedem Produkt am Markt eine Kombination aus drei, vier bekannten Bausteinen, und die stehen in Aufsätzen, die zwischen 1959 und heute erschienen sind. Man kann sie benennen, und man kann fragen, welche davon drin sind.
Der Grund, warum sich das lohnt, ist nicht Neugier. Es ist die Reihenfolge der Hebel. Zwischen einem soliden und einem hervorragenden Verfahren liegen auf offenen Benchmarks wenige Prozent. Zwischen einem Modell, das Ihre Restriktionen abbildet, und einem, das sie vereinfacht, liegen zweistellige Prozentsätze – und die Frage, ob der Plan überhaupt fahrbar ist. Wer das weiß, stellt im Anbietertermin andere Fragen.
Das Problem dahinter, in drei Sätzen
Formal geht es um das Vehicle Routing Problem: Gegeben sind ein oder mehrere Depots, eine Menge Kunden mit Bedarfen und eine Flotte mit Kapazitäten; gesucht sind Touren, die alle Kunden bedienen und die Gesamtkosten minimieren. Der Ursprung ist ein Aufsatz von Dantzig und Ramser aus dem Jahr 1959 über die Belieferung von Tankstellen.1 Das Problem ist NP-schwer4 – praktisch heißt das nicht „unlösbar“, sondern: Der Aufwand, Optimalität zu beweisen, wächst schneller, als Rechenleistung ihn einholt.
Alles, was folgt, ist eine Antwort auf diese eine Schwierigkeit. Die Verfahren unterscheiden sich darin, wie sie mit der Unmöglichkeit umgehen, alles durchzuprobieren. Die Grundlagen dazu stehen ausführlich im Beitrag Vehicle Routing Problem.
Die drei Familien
Sortiert man die Verfahren nach dem, was sie tun, bleiben drei Gruppen. Fast jedes reale System benutzt aus jeder Gruppe etwas:
- Konstruktionsverfahren bauen aus dem Nichts einen ersten zulässigen Plan. Schnell, grob, unverzichtbar – ohne Startlösung hat die Verbesserung nichts, woran sie arbeiten kann.
- Verbesserungsverfahren nehmen einen Plan und verändern ihn schrittweise: lokale Suche, gesteuert von einer Metaheuristik, die verhindert, dass die Suche im erstbesten lokalen Minimum stehen bleibt. Hier entsteht der weitaus größte Teil der Einsparung.
- Exakte Verfahren beweisen, dass es keine bessere Lösung gibt. Wertvoll als Maßstab, in der Disposition praktisch nie einsetzbar.
Konstruktion: das Savings-Verfahren und seine Geschwister
Das bekannteste Konstruktionsverfahren ist das Savings-Verfahren von Clarke und Wright aus dem Jahr 1964.2 Es beginnt mit dem schlechtesten denkbaren Plan – je Kunde eine eigene Pendelfahrt ab Depot – und berechnet für jedes Kundenpaar die Ersparnis, die das Zusammenlegen bringt: die doppelt gefahrene Depotstrecke abzüglich des Umwegs. Diese Ersparnisse werden absteigend abgearbeitet, solange Kapazität und Tourstruktur es zulassen.
Bemerkenswert ist nicht das Alter, sondern die Güte. In einer Untersuchung, die die klassischen Verfahren systematisch nachimplementiert und nachgemessen hat, liegt Savings im Mittel rund sechs Prozent über der besten bekannten Lösung – bei Rechenzeiten im Bereich von Zehntelsekunden.2 Für eine Disposition, die heute von Hand plant, ist das bereits der größte Einzelsprung, den sie je machen wird. Ausführlich im Beitrag Savings-Algorithmus.
- Sweep- und Petal-Verfahren gruppieren zuerst geografisch und planen dann je Gruppe eine Tour („cluster-first, route-second“). Anschaulich, gut erklärbar, in der Güte meist unter Savings.
- Einfügeverfahren setzen Kunden nacheinander an der jeweils günstigsten Stelle in bestehende Touren ein. Ihr eigentlicher Wert liegt heute woanders: Sie sind der Wiederaufbau-Schritt in Large Neighborhood Search und laufen dort millionenfach.
Verbesserung: lokale Suche und ihre Grenze
Ein fertiger Plan lässt sich mit einer Handvoll immer gleicher Züge verändern: zwei Kanten tauschen (2-opt), eine Kundenfolge an anderer Stelle einhängen (Or-opt), einen Kunden zwischen Touren verschieben (Relocate) oder zwei Kunden tauschen (Swap). Man nimmt jeden Zug an, der besser ist, und hört auf, wenn keiner mehr besser ist.
Genau dort liegt das Problem: Der Punkt, an dem kein einzelner Zug mehr hilft, ist fast nie der beste Plan, sondern ein lokales Minimum. Aus ihm herauszukommen erfordert, vorübergehend eine schlechtere Lösung zu akzeptieren – und die Regeln dafür sind das, was man Metaheuristik nennt.
Die vier Metaheuristiken, die tatsächlich im Einsatz sind
- Tabu Search (Glover 1986, für Touren Gendreau/Hertz/Laporte 1994)5 führt Buch über kürzlich gemachte Züge und verbietet, sie sofort rückgängig zu machen. Die Suche wird dadurch gezwungen, das Tal zu verlassen. Robust, gut verstanden, wenig Einstellaufwand.
- Simulated Annealing (Kirkpatrick 1983)6 akzeptiert Verschlechterungen mit einer Wahrscheinlichkeit, die im Lauf der Rechnung sinkt. Sehr einfach zu implementieren, dafür empfindlich gegenüber der Abkühlkurve.
- Large Neighborhood Search (Shaw 1998), adaptiv erweitert von Ropke und Pisinger 20067, reißt in jedem Schritt einen Teil des Plans ein und baut ihn neu auf. Das ist der Ansatz, der mit vielen und harten Restriktionen am besten zurechtkommt – und deshalb der, der in der Praxis am häufigsten trägt.
- Guided Local Search (Voudouris/Tsang 1999)8 verändert nicht die Suche, sondern die Zielfunktion: Merkmale, die in lokalen Minima immer wieder auftauchen, werden mit Strafkosten belegt. In Googles OR-Tools ist GLS die übliche Wahl für Tourenprobleme.
Als derzeit stärkste Familie auf reinen Kapazitätsproblemen gilt Hybrid Genetic Search: eine Population von Lösungen, kombiniert mit lokaler Suche.10 Auf dem offenen Benchmark von Uchoa und Kollegen erreichen moderne Verfahren dieser Bauart im Mittel 0,19 Prozent Abstand zur besten bekannten Lösung.3 Die Tiefe zu diesen Verfahren steht im Beitrag Metaheuristiken.
Exakte Verfahren: der Maßstab, nicht das Werkzeug
Branch-Cut-and-Price-Verfahren beweisen Optimalität. Auf dem Benchmark von 2017 mit 100 Instanzen zwischen 100 und 1.000 Kunden ließen sich damit 40 Instanzen beweisbar optimal lösen, mit Rechenzeiten bis zu fünf Tagen für einen einzelnen Fall; die Grenze liegt in der Größenordnung von 275 Kunden.3 Ein Regionalnetz mit 320 Lieferstellen liegt bereits darüber.
Daraus folgt eine Haltung, die in Verkaufsgesprächen selten vorkommt: Optimalität ist kein sinnvolles Ziel. Sie ist ab dieser Größe nicht beweisbar, und sie wäre – für einen Plan, der auf geschätzten Standzeiten und prognostizierten Fahrzeiten beruht – ohnehin Scheingenauigkeit. Der Nutzen exakter Verfahren liegt woanders: Sie liefern auf kleinen Teilproblemen die Referenz, an der man misst, wie gut eine Heuristik wirklich ist.
Welches Verfahren wann trägt
Eine grobe, aber belastbare Zuordnung. Sie ersetzt keine Messung auf den eigenen Daten, hilft aber, ein Angebot einzuordnen:
- Wenige Fahrzeuge, kaum Restriktionen, Ergebnis in Sekunden – Savings plus lokale Suche. Reicht erstaunlich weit und ist in jeder Bibliothek enthalten.
- Viele harte Restriktionen – Zeitfenster, Lenkzeiten, Temperaturzonen, Fahrerqualifikationen: Large Neighborhood Search. Sie kommt mit Zulässigkeitsprüfungen zurecht, an denen reine Nachbarschaftszüge scheitern.
- Reine Kilometerminimierung, große Instanz, Rechenzeit vorhanden – Hybrid Genetic Search. Der letzte Prozentpunkt kommt von hier.
- Planung am laufenden Tag, Umplanung in Sekunden – nicht die Verfahrensfrage entscheidet, sondern die Architektur: warme Startlösung, begrenzte Nachbarschaft, harte Zeitschranke. Dazu manuelle gegen dynamische Tourenplanung.
- Kleines Teilproblem, Referenzwert gesucht – exaktes Verfahren, einmalig, offline.
Was in der Praxis mehr entscheidet als die Verfahrenswahl
Die unbequeme Wahrheit dieses Beitrags: In fast allen Projekten, die wir sehen, ist das Verfahren nicht der Engpass. Vier andere Dinge sind es:
- Das Modell. Ob Rampenzeiten je Kunde, mehrere Temperaturzonen oder Fahrerqualifikationen überhaupt abgebildet sind, entscheidet über die Fahrbarkeit – und damit über jede Zahl, die danach kommt. Die vollständige Liste steht in Restriktionen in der Tourenplanung.
- Die Distanz- und Zeitmatrix. Jedes Verfahren optimiert gegen die Matrix, die es bekommt. Ist sie Luftlinie statt Wegenetz, oder generisches Pkw-Routing statt Lkw-Profil, optimiert der Solver sauber auf eine falsche Wirklichkeit. Dazu Routing- und Optimierungs-API und Custom Routing.
- Die Zielfunktion. Kilometer, Zeit, Maut, CO₂ und Fahrerstunden zeigen nicht in dieselbe Richtung. Was gewichtet wird, ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung und keine mathematische. Was ein Kilometer aktuell kostet, rechnet der Lkw-Maut-Rechner aus.
- Die Datenqualität. Geschätzte Standzeiten und optimistische Fahrzeiten erzeugen Pläne, die im Rechner gewinnen und auf der Straße verlieren. Dazu Fahrzeit-Unsicherheit.
Drei Fragen für den Anbietertermin
- „Welches Verfahren läuft, und gegen welchen öffentlichen Benchmark ist es gemessen?“ Die Benchmarks sind offen. Wer die Frage nicht beantwortet, hat entweder nicht gemessen oder will die Zahl nicht nennen.
- „Was passiert, wenn eine Restriktion nicht erfüllbar ist?“ Gute Systeme zeigen, welche Nebenbedingung sie verletzen mussten und um wie viel. Schwache liefern stillschweigend einen Plan, der nicht fahrbar ist.
- „Wie lange rechnen Sie, und was ändert sich, wenn ich fünf Minuten mehr gebe?“ Die Antwort verrät, ob eine Metaheuristik läuft oder nur ein Konstruktionsverfahren mit Politur. Ein Verfahren, das von mehr Zeit nicht profitiert, hat keine Suche.
Wie eviit daraus ein Planungsmodell baut, beschreibt die Lösungsseite Tourenplanung & Logistikplanung; welche Bibliotheken und Lizenzen dahinterstehen, der Beitrag Solver im Vergleich. Und wie groß der Hebel in Ihrer eigenen Planung ist, beantwortet keine Verfahrensdiskussion, sondern der Tourenoptimierungs-Check auf vier Wochen Ihrer Ist-Daten.
- 1Dantzig, G. B.; Ramser, J. H., Management Science 6(1), 80–91: The Truck Dispatching Problem – Erstformulierung des Vehicle Routing Problems; enthält die Abschätzung der Zahl möglicher Rundtouren (1959). Quelle
- 2Clarke, G.; Wright, J. W., Operations Research 12(4), 568–581: Scheduling of Vehicles from a Central Depot to a Number of Delivery Points – das Savings-Verfahren. Die Güteangabe von rund 6 % über der besten bekannten Lösung stammt aus der Nachimplementierung von Rasku, J.; Kärkkäinen, T.; Musliu, N. (2019), Meta-Survey and Implementations of Classical Capacitated Vehicle Routing Heuristics with Reproduced Results (1964). Quelle
- 3Uchoa, E. u. a., European Journal of Operational Research 257(3), 845–858: New benchmark instances for the Capacitated Vehicle Routing Problem – 100 Instanzen zwischen 100 und 1.000 Kunden; 40 davon exakt gelöst, Rechenzeiten bis fünf Tage, Optimalitätsnachweis bis in die Größenordnung von 275 Kunden; UHGS im Mittel 0,19 % Abstand zur besten bekannten Lösung (2017). Quelle
- 4Lenstra, J. K.; Rinnooy Kan, A. H. G., Networks 11(2), 221–227: Complexity of vehicle routing and scheduling problems – Nachweis der NP-Schwere (1981). Quelle
- 5Glover, F. (1986) sowie Gendreau, M.; Hertz, A.; Laporte, G., Management Science 40(10), 1276–1290: Future paths for integer programming and links to artificial intelligence (Tabu Search) und A Tabu Search Heuristic for the Vehicle Routing Problem (1994). Quelle
- 6Kirkpatrick, S.; Gelatt, C. D.; Vecchi, M. P., Science 220(4598), 671–680: Optimization by Simulated Annealing (1983). Quelle
- 7Shaw, P. (1998) sowie Ropke, S.; Pisinger, D., Transportation Science 40(4), 455–472: Using Constraint Programming and Local Search Methods to Solve Vehicle Routing Problems (LNS) und An Adaptive Large Neighborhood Search Heuristic for the Pickup and Delivery Problem with Time Windows (2006). Quelle
- 8Voudouris, C.; Tsang, E., European Journal of Operational Research 113(2), 469–499: Guided local search and its application to the traveling salesman problem (1999). Quelle
- 9Sörensen, K.; Arnold, F.; Palhazi Cuervo, D., International Transactions in Operational Research 26(1), 54–63: A critical analysis of the „improved Clarke and Wright savings algorithm“ (2019). Quelle
- 10Vidal, T., Computers & Operations Research 140, 105643: Hybrid genetic search for the CVRP: Open-source implementation and SWAP* neighborhood (2022). Quelle
- 11Sörensen, K., International Transactions in Operational Research 22(1), 3–18: Metaheuristics – the metaphor exposed (2015). Quelle
Alle Güteangaben beziehen sich auf offene Benchmark-Instanzen für das kapazitierte Vehicle Routing Problem und sind nicht auf einen konkreten Fuhrpark übertragbar: Sie messen Verfahren gegen Verfahren, nicht Planung gegen Realität. Prozentwerte aus solchen Benchmarks sind ausdrücklich keine Einsparprognose. Die Einordnung, welches Verfahren wann trägt, ist eine Erfahrungsaussage von eviit und keine Messung.
Tourenoptimierung
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Vier Wochen Exporte genügen für den Digital Twin. Wir rechnen Ihre Touren gegen Ihre vollständigen Planungsregeln – und zeigen, wie viel davon am Verfahren hängt und wie viel am Modell.
Finden wir weniger als 5 % Kilometer-Potenzial, halbiert sich der Preis. Bei Umsetzung wird er vollständig angerechnet.
Häufige Fragen
Kurzantworten zu den Verfahren, die unter jeder Tourenplanung rechnen – für alle, die ein Angebot bewerten müssen.
Welche Verfahren werden in der Tourenoptimierung eingesetzt?
Drei Familien. Konstruktionsverfahren bauen einen ersten Plan – am bekanntesten das Savings-Verfahren von Clarke und Wright aus dem Jahr 1964. Verbesserungsverfahren verändern ihn schrittweise über lokale Suche, gesteuert von einer Metaheuristik: Tabu Search, Simulated Annealing, Large Neighborhood Search, Guided Local Search oder Hybrid Genetic Search. Exakte Verfahren beweisen Optimalität, sind aber nur für kleine Instanzen bezahlbar. Praktisch jedes Produkt am Markt kombiniert Bausteine aus diesen drei Gruppen; eviit setzt sie je nach Restriktionslage unterschiedlich zusammen.
Was ist das Savings-Verfahren und taugt es noch?
Das Savings-Verfahren berechnet für jedes Kundenpaar, wie viel Strecke das Zusammenlegen zweier Pendelfahrten spart, und arbeitet diese Ersparnisse absteigend ab. Es stammt von 1964 und ist trotzdem nicht überholt: In einer systematischen Nachimplementierung liegt es im Mittel rund sechs Prozent über der besten bekannten Lösung – erreicht in Bruchteilen einer Sekunde. Als Startlösung und als Vergleichsmaßstab ist es weiterhin Standard, als alleiniges Verfahren verschenkt es die letzten Prozente.
Was ist Tabu Search in der Tourenplanung?
Tabu Search, 1986 von Fred Glover eingeführt und 1994 von Gendreau, Hertz und Laporte auf Tourenprobleme übertragen, führt eine Liste kürzlich ausgeführter Züge und verbietet, sie sofort rückgängig zu machen. Dadurch kann die Suche ein lokales Minimum verlassen, statt darin stehen zu bleiben. Das Verfahren gilt als robust und braucht wenig Feinjustierung; bei sehr vielen harten Restriktionen ist Large Neighborhood Search meist die bessere Wahl.
Lässt sich der optimale Tourenplan überhaupt berechnen?
Nur bei kleinen Problemen. Das Vehicle Routing Problem ist NP-schwer; auf dem offenen Benchmark von Uchoa und Kollegen konnten exakte Verfahren 40 von 100 Instanzen beweisbar optimal lösen, mit Rechenzeiten bis zu fünf Tagen, und die Nachweisgrenze liegt in der Größenordnung von 275 Kunden. Für einen Plan, der ohnehin auf geschätzten Standzeiten beruht, wäre bewiesene Optimalität zudem Scheingenauigkeit. Gute Heuristiken kommen der besten bekannten Lösung auf Bruchteile eines Prozents nahe – das genügt.
Welches Verfahren ist das beste für unsere Tourenplanung?
Das hängt an den Restriktionen, nicht am Anbieter. Wenig Nebenbedingungen und Ergebnis in Sekunden: Savings plus lokale Suche. Viele harte Restriktionen wie Zeitfenster, Lenkzeiten, Temperaturzonen oder Fahrerqualifikationen: Large Neighborhood Search. Reine Kilometerminimierung mit vorhandener Rechenzeit: Hybrid Genetic Search. Wichtiger als die Wahl ist in fast allen Projekten, ob das Modell Ihre Wirklichkeit abbildet und ob die Distanzmatrix aus einem passenden Fahrzeugprofil kommt.
Woran erkenne ich im Anbietergespräch, ob echte Optimierung läuft?
An drei Fragen. Erstens: Welches Verfahren läuft, und gegen welchen öffentlichen Benchmark ist es gemessen? Die Benchmarks sind frei verfügbar. Zweitens: Was passiert, wenn eine Restriktion nicht erfüllbar ist – wird die Verletzung ausgewiesen oder stillschweigend ein unfahrbarer Plan geliefert? Drittens: Was ändert sich am Ergebnis, wenn der Solver fünf Minuten länger rechnen darf? Ein Verfahren, das von mehr Zeit nicht profitiert, führt keine Suche aus, sondern nur eine Konstruktion.